Kinderfreibeträge zu gering und deshalb verfassungswidrig?

Das Bundesverfassungsgericht muss sich mit der Gestaltung der Kinderfreibeträge beschäftigen, konkret geht es um die Frage, ob Eltern im Jahr 2014 zu viele Steuern gezahlt haben. 
 
Nach Ansicht des Finanzgerichts (FG) Niedersachsen wird die ursprüngliche Intention der Kinderfreibeträge – nämlich die Verschonung des Existenzminimums – durch die zu geringe Höhe der Beträge nicht gewährleistet. Besonderes Augenmerk legt das FG Niedersachsen in seiner Begründung auf den steigenden Bedarf älterer Kinder – der Freibetrag orientiert sich bisher an Kindern unter sechs Jahren. Das Argument, dass eine Vereinheitlichung hier zugunsten einer vereinfachten „Gesetzesanwendung im Massenverfahren“ nötig sei, stellt für das FG Niedersachsen keinen Rechtfertigungsgrund dar. Für das Jahr 2014 ergeben sich durch die Vereinheitlichung zur Veranschaulichung folgende Differenzen: Für Kinder von 6 bis 14 Jahren fehlten 24 EUR, für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren 444 EUR und für junge Erwachsene ab 18 Jahren sogar 1.584 EUR.
 
Die Thematik ist von grundliegender Bedeutung für alle Eltern, da die Kinderfreibeträge unter anderem auch bei der Festsetzung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlages berücksichtigt werden. Eine Anpassung hätte daher steuerlich positive Auswirkungen für alle Eltern.
 
Quelle: https://www.goo.gl/1zajB6 (Google Shortlink)